Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten

Ich glaub, es haeckelt!

Neue Perspektiven aus Haeckels Arbeitszimmer
Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten
Grafik: Jana Wiegandt

Eine erste multiperspektivische Ausstellung zu Haeckels Arbeitszimmer

Im Arbeitszimmer von Ernst Haeckel in der Villa Medusa scheint die Zeit still zu stehen: als hätte der Zoologe seinen Arbeitsplatz gerade eben erst verlassen. Die originalgetreue Ausstattung des Zimmers zeugt von seiner umfangreichen wissenschaftlichen und künstlerischen Tätigkeit, vor allem aber von seiner Popularität. Viele Objekte stehen in Bezug zu seinen Forschungsreisen, zahlreiche andere hat er als Geschenk und als Zeichen großer Verehrung erhalten. Die Ausstellung hinterfragt den Mythos des großen Wissenschaftlers. Denn Haeckels Lehren sind – wie die vieler Gelehrter des 19. Jahrhunderts – von kolonialen, rassistischen und sexistischen Denkmustern geprägt.

Wir haben in Haeckels Arbeitszimmer aufgeräumt, fünf Objekte entnommen und dabei neue Perspektiven aufgedeckt. Was erzählt etwa ein Ölgemälde über den kolonialen Kontext von Haeckels Reisen? Wie inszenierte er sich selbst und wer war noch an seiner Wissenschaft beteiligt, ohne dabei in Erscheinung zu treten? Was verrät ein kunstvoll besticktes Kissen oder das Modell einer Reisscheune über die Geschlechterverhältnisse jener Zeit?

Zu jedem der Objekte sind verschiedene Geschichten und Stimmen zu hören, die zeigen, wie unterschiedlich die Blickwinkel auf denselben Gegenstand sein können. Welche Perspektive bringen Sie mit? Sie sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren und Haeckels Werk multiperspektivisch zu befragen. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Masterkurs Angewandte Medien- und Kulturwissenschaft der Hochschule Merseburg. Sie ist ein erster Versuch, Haeckels Werk und Wirken multiperspektivisch zu zeigen.