Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten

Die Reisscheune

Neue Perspektiven aus Haeckels Arbeitszimmer
Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten
Grafik: Jana Wiegandt

Perspektive zur Reisscheune von Thesea Rigou Efstathopoulos

Platzhalterbild — Icon Reisscheune
Perspektive zur Reisscheune von Thesea Rigou Efstathopoulos

Thesea Rigou Efstathopoulos ist Künstler*in und Kunstvermittler*in.

Grafik: Bastienne Karg · Audio: Franziska Hüls

Leseversion der Audiodateien

  • Originalfassung

    „Grenzen eines Kunstwerks überschreiten“

    Mein Name ist Franziska Hüls und ich bin Teil des Seminars „Ich glaub, es
    haeckelt!“ und habe mich im Rahmen des Seminars mit der Reisscheune
    befasst. In meiner Recherche zur Reisscheune habe ich dann erfahren, dass
    die Reisscheune im indonesischen Lumbung bedeutet und dass die Lumbung
    als Konzept für die documenta 15 in Kassel verwendet wurde, als „Lumbung-
    Practice“. Dazu erfahrt ihr mehr im folgenden Beitrag.
    Hallo, mein Name ist Thesea Rigou Efstathopoulos und ich würde dir gerne
    erzählen, wie ich das Lumbung auf der documenta15 erlebt habe. Eben aus der
    Position einer Kunstvermittlerin, einer sobat, als Teil der sobat-sobat, übersetzt
    aus dem Indonesischen von Freund*innen. Und wir wollten eine Publikation
    drucken während der documenta15, um unsere kritischen Einblicke zur
    Ausstellung zu veröffentlichen. Und wir hatten kein zugewiesenes Budget, wir
    hatten keine Ressourcen und wir konnten das nur machen wegen der Lumbung
    Press.
    Und der Lumbung Press existierte, weil Künstler*innen sich entschieden hatten,
    Teile ihres persönlichen Budgets nicht zu verwerten in Kunstwerken, sondern in
    Gemeingut, in ein „common sign“ zu bringen. Und zur Hochdruckzeit, wenn alle
    noch etwas veröffentlichen wollten, von den offiziellen Lumbung-Künstler*innen,
    bevor die Ausstellung schloss, machten sie Platz für uns. Nicht durch Bürokratie,
    sondern eben durch Solidarität. Und das ist, was ein Lumbung sein kann. Ein Ort,
    an dem Menschen schnelle Hilfe und Unterstützung erhalten. Nicht, weil sie die
    richtigen Formulare ausgefüllt haben, sondern weil sie als Verbündete anerkannt
    werden. Und der Lumbung Press ist bis heute aktiv. Nicht in Kassel, sondern im
    Hangar Space in Barcelona. So gelang es ihnen, die Grenzen eines Kunstwerks zu
    überschreiten und zu etwas Eigenständigem zu werden.
    Wenn du Lust hast, mehr über die Arbeit der Kunstvermittler*innen auf den
    documenta15 zu erfahren, dann schreib gern eine Mail an sobatpublication@
    gmail.com.