Perspektive zur Reisscheune von Thesea Rigou Efstathopoulos
Thesea Rigou Efstathopoulos ist Künstler*in und Kunstvermittler*in.
·Leseversion der Audiodateien
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Originalfassung
„Grenzen eines Kunstwerks überschreiten“
Mein Name ist Franziska Hüls und ich bin Teil des Seminars „Ich glaub, es
haeckelt!“ und habe mich im Rahmen des Seminars mit der Reisscheune
befasst. In meiner Recherche zur Reisscheune habe ich dann erfahren, dass
die Reisscheune im indonesischen Lumbung bedeutet und dass die Lumbung
als Konzept für die documenta 15 in Kassel verwendet wurde, als „Lumbung-
Practice“. Dazu erfahrt ihr mehr im folgenden Beitrag.
Hallo, mein Name ist Thesea Rigou Efstathopoulos und ich würde dir gerne
erzählen, wie ich das Lumbung auf der documenta15 erlebt habe. Eben aus der
Position einer Kunstvermittlerin, einer sobat, als Teil der sobat-sobat, übersetzt
aus dem Indonesischen von Freund*innen. Und wir wollten eine Publikation
drucken während der documenta15, um unsere kritischen Einblicke zur
Ausstellung zu veröffentlichen. Und wir hatten kein zugewiesenes Budget, wir
hatten keine Ressourcen und wir konnten das nur machen wegen der Lumbung
Press.
Und der Lumbung Press existierte, weil Künstler*innen sich entschieden hatten,
Teile ihres persönlichen Budgets nicht zu verwerten in Kunstwerken, sondern in
Gemeingut, in ein „common sign“ zu bringen. Und zur Hochdruckzeit, wenn alle
noch etwas veröffentlichen wollten, von den offiziellen Lumbung-Künstler*innen,
bevor die Ausstellung schloss, machten sie Platz für uns. Nicht durch Bürokratie,
sondern eben durch Solidarität. Und das ist, was ein Lumbung sein kann. Ein Ort,
an dem Menschen schnelle Hilfe und Unterstützung erhalten. Nicht, weil sie die
richtigen Formulare ausgefüllt haben, sondern weil sie als Verbündete anerkannt
werden. Und der Lumbung Press ist bis heute aktiv. Nicht in Kassel, sondern im
Hangar Space in Barcelona. So gelang es ihnen, die Grenzen eines Kunstwerks zu
überschreiten und zu etwas Eigenständigem zu werden.
Wenn du Lust hast, mehr über die Arbeit der Kunstvermittler*innen auf den
documenta15 zu erfahren, dann schreib gern eine Mail an sobatpublication@
gmail.com.