Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten

Die Statuette

Neue Perspektiven aus Haeckels Arbeitszimmer
Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten
Grafik: Jana Wiegandt

Perspektive zur Statuette von Anna Nartsis Shopova

Perspektive zur Statuette von Anna Nartsis Shopova

Platzhalterbild — Icon Gemälde

Anna Nartsis Shopova ist Bühnenbilderin und Doktorandin für Szenografie an der Nationalen Kunstakadamie in Sofia, Bulgarien.

Grafik: Bastienne Karg · Audio: Anna Shopova (bearbeitet: Finn Blug)

Leseversion der Audiodateien

  • Originalfassung

    “the God-like human”

    The God-like human. The human who is not satisfied with merely being close to
    God in thought and heart, but wants to become God himself – a co-creator of the
    world and master of death. He strives to become Homo Deus.
    The human who is not content with only being human. Who divides beings into
    lower and higher, applying the same rule to his own kind. Homo Deus invents
    servants (and slaves) through various activities. Some of these are waging wars
    and creating new technologies designed to serve him. Yet, after giving them life,
    he fears they might become more human than their creator.
    Perhaps we will have to accept this as one purpose of our existence – to
    exchange what we learn, to pass knowledge and wisdom on – as a system of
    connected, breathing, running beings, in which the experiences and dreams of
    one can lift another – or drag them down. We are simply this system, in which
    all colors and forms have a place, and everyone is valuable only because they
    breathe. And that alone is enough.
    To be humane will turn out to be our hardest task as humans.
    We want to be gods, and gods (may be) dream of being human.

  • Übersetzung

    „nicht genug, nur Mensch zu sein“

    Der gottähnliche Mensch. Der Mensch, der sich nicht damit zufriedengibt, Gott in
    Gedanken und im Herzen nah zu sein, sondern selbst zum Gott werden möchte –
    ein Miterschaffer der Welt und Meister des Todes. Der Mensch, der danach strebt
    zum Homo Deus zu werden.
    Der Mensch, dem es nicht genug ist, nur Mensch zu sein. Der Mensch, der Wesen
    in höhere und niedere unterteilt und diese Regeln auch auf seinesgleichen
    anwendet. Der Homo Deus erfindet Diener (und Sklaven) durch verschiedene
    Beschäftigungen. Manche von ihnen führen Kriege und erschaffen neue
    Technologien, geschaffen, um ihnen zu dienen. Aber nachdem er ihnen Leben
    gegeben hat, fürchtet er, dass sie menschlicher werden, als ihr Erschaffer.
    Vielleicht müssen wir dies als einen Sinn unserer Existenz verstehen – uns
    darüber auszutauschen, was wir lernen und Wissen und Weisheit weiterzugeben.
    Als ein System verbundener, atmender, laufender Wesen, in welchem die
    Erfahrungen und Träume der einen, die anderen hochheben können – oder sie
    nach unten ziehen. Wir sind nur dieses System, in welchem alle Farben und
    Formen einen Platz haben und alle wertvoll sind, nur weil sie atmen. Und das
    allein genügt.
    Menschlich zu sein, wird sich als unsere schwierigste Aufgabe als Menschen
    herausstellen.
    Wir wollen Götter sein und Götter träumen (vielleicht) davon Menschen zu
    werden.