Perspektive zur Reisscheune von Uwe Hoßfeld
Uwe Hoßfeld ist Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
·Leseversion der Audiodateien
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Originalfassung
„Ein Souvenir zwischen Wissenschaft und Kolonialblick“
Das Modell der Reisscheune aus Sumatra in Haeckels Arbeitszimmer in
Jena ist mir seit meiner Studentenzeit bekannt, als ich als Hilfskraft im Ernst-
Haeckel-Haus arbeitete. Innerhalb meiner Forschungsinteressen habe ich dann
neben dem Indonesistik-Studium später unter anderem auch verschiedene
Fragestellungen zum malaiischen, indonesischen Archipel wie Wallace Linie,
Sunder-Expedition Rensch 1927, Jenaer Biologen in Indonesien oder zu
Haeckels Tropenreisen bearbeitet. So reiste Haeckel 1881/1882 nach Indien
und Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, 1900/1901 nach Ceylon, Singapur und dem
heutigen Indonesien. Zu beiden Reisen sind entsprechende Bücher erschienen.
Das besagte Objekt ist der zweiten Reise zuzuordnen. Es steht einerseits als
Souvenir und Erinnerungsstück für das Erlebte vor Ort. Andererseits kann mit den
entsprechenden weltanschaulichen Äußerungen Haeckels in den malaiischen
Reisebriefen auch ein direkter Bezug zur Kolonialperspektive jener Zeit
hergestellt werden. Damit verbinden sich das besagte Objekt, ein Gegenstand,
und die schriftliche historische Äußerung als Einheit