Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten

Die Reisscheune

Neue Perspektiven aus Haeckels Arbeitszimmer
Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten
Grafik: Jana Wiegandt

Perspektive zur Reisscheune von Uwe Hoßfeld

Platzhalterbild — Icon Reisscheune
Perspektive zur Reisscheune von Uwe Hoßfeld

Uwe Hoßfeld ist Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Grafik: Bastienne Karg · Audio: Uwe Hoßfeld

Leseversion der Audiodateien

  • Originalfassung

    „Ein Souvenir zwischen Wissenschaft und Kolonialblick“

    Das Modell der Reisscheune aus Sumatra in Haeckels Arbeitszimmer in
    Jena ist mir seit meiner Studentenzeit bekannt, als ich als Hilfskraft im Ernst-
    Haeckel-Haus arbeitete. Innerhalb meiner Forschungsinteressen habe ich dann
    neben dem Indonesistik-Studium später unter anderem auch verschiedene
    Fragestellungen zum malaiischen, indonesischen Archipel wie Wallace Linie,
    Sunder-Expedition Rensch 1927, Jenaer Biologen in Indonesien oder zu
    Haeckels Tropenreisen bearbeitet. So reiste Haeckel 1881/1882 nach Indien
    und Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, 1900/1901 nach Ceylon, Singapur und dem
    heutigen Indonesien. Zu beiden Reisen sind entsprechende Bücher erschienen.
    Das besagte Objekt ist der zweiten Reise zuzuordnen. Es steht einerseits als
    Souvenir und Erinnerungsstück für das Erlebte vor Ort. Andererseits kann mit den
    entsprechenden weltanschaulichen Äußerungen Haeckels in den malaiischen
    Reisebriefen auch ein direkter Bezug zur Kolonialperspektive jener Zeit
    hergestellt werden. Damit verbinden sich das besagte Objekt, ein Gegenstand,
    und die schriftliche historische Äußerung als Einheit