Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten

Die Reisscheune

Neue Perspektiven aus Haeckels Arbeitszimmer
Ernst Haeckels Arbeitzimmer mit hervorgehobenen Objekten
Grafik: Jana Wiegandt

Perspektive zur Reisscheune von Weijun Qin

Platzhalterbild — Icon Reisscheune
Perspektive zur Reisscheune von Weijun Qin

Weijun Qin ist Masterstudentin Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Jena.

Grafik: Bastienne Karg · Audio: Weijun Qin

Leseversion der Audiodateien

  • Originalfassung

    „Historisch und kulturell so faszinierend“

    Im Jahr 1901 ließ der damalige deutsche Konsul Johann Schild diese
    Reisscheune als ein Andenken an Ernst Haeckels Aufenthalt in Padang auf
    Sumatra anfertigen. In seinem Buch „Aus Insulinde. Malayische Reisebriefe“
    äußerte sich Haeckel mehrfach positiv über die Architektur in Padang,
    einschließlich der Reisscheune. Er vertat die Ansicht, die einzigartige Baukunst
    Sumatras sei durch das Matriarchat geprägt worden.
    Dennoch bewertete er das Matriarchat äußerst kritisch und negativ mit Begriffen
    wie merkwürdig, fremdartig, seltsam, Frauenherrschaft, nieder- und barbarisch.
    Die Frauen dieser Region erschienen ihm als zu stolz, robust, trotzig und
    dominant.
    Diese Eigenschaften widersprachen Haeckels idealisierten Frauenbild,
    obwohl er die zeitgenössische Frauenbewegung in Europa unterstützte.
    Solche kontrastierenden Wahrnehmungen Haeckels, der positive Einfluss des
    Matriarchats auf die Architektur einerseits und seine negative Bewertung der
    Gesellschaftsform und der Frauen andererseits, stecken hinter diesem kleinen
    Objekt und machen es historisch und kulturell so faszinierend.
    macht.