York 2

Erfahrungsbericht
Auslandssemester an der University of York (Januar-Juni 2018)
Caroline Meyer

 

Unileben und Freizeitangebot:

Ich habe während meines Masters zwei Trimester an der University of York studiert (Biologie). Da der Auflandsaufenthalt unabhängig von meinem Studium in Jena war, konnte ich meine Module in York sehr frei wählen und musste nicht darauf achten, äquivalente Fächer abzudecken. Daher habe ich neben einigen biologischen Modulen auch geistes-/gesellschaftswissenschaftliche Seminare zu transkultureller Kommunikation und britischer Kultur belegt (CELT- Center for English Language Teaching). Diese Kurse fand ich unglaublich gut und besonders CELT-Kurse zu Kulturen/Kommunikation würde ich jedem weiter empfehlen (unabhängig vom eigentlichen Studienfach). Die Seminare waren sehr interaktiv und spannend - ich denke, die Inhalte sind für jeden, der sich gerne mit anderen Kulturen, Sprachen und Ländern auseinandersetzt, ein großer Gewinn.

Auch die biologischen Vorlesungen waren sehr interaktiv und gut. Die Dozenten versuchen in der Regel, in jeder Vorlesung sehr viel Praxisbezug zu schaffen (in dem sie zum Beispiel den Aufbau der Experimente und Methoden erklären, auf Dinge hinweisen, die man beachten sollte, und die Ergebnisse mit den Studenten zusammen interpretieren). Dabei beziehen sie die Studenten stark in die Vorlesung ein. Es ist teilweise eher eine Mischung aus Vorlesung und Seminar/Workshop. Zu jeder Vorlesung wird eine Auswahl an wissenschaftlichen Arbeiten genannt, die man für die Vorlesung lesen soll (und die unter Umständen auch klausurrelevant sein könnten). Vor der Prüfungszeit gab es einige Angebote an Workshops und offenen Sprechstunden. Insgesamt wird Studenten sehr viel Unterstützung geboten.


Unabhängig vom Studienfach gibt es ein großes Angebot an Kursen/Veranstaltungen, die man kostenlos oder sehr günstig besuchen kann (von Stressbewältigungsseminaren über Workshops zu Bewerbungsgesprächen usw.).
Die Uni bietet außerdem sehr viele Freizeitangebote in Form von "societies", die wie studentische Vereine sind und regelmäßige Treffen und zusätzliche Events haben. Diese reichen von allen möglichen Sportangeboten, über verschiedenste Musikrichtungen und Kreatives, Backen o.a. oder besondere Interessen. Es gibt wirklich zu allem etwas! Durch die Societies gibt es auch sehr regelmäßig Konzerte, Theater und Musicals, die man besuchen kann (kann ich sehr empfehlen!!).

Für Studenten gibt es außerdem noch die Möglichkeit, reduzierte Karten (Monatskarte z.B.) für ein Sportzentrum zu kaufen (York Sport Village/ York Sport Center), die auf dem Campusgelände liegen und Fitnesszetrum, Schwimmhalle, Sauna, Whirlpool und Sportkurse anbieten (alles inklusive).

Insgesamt spielt sich sehr viel auf dem Campusgelände ab, da dort neben den Univeranstaltungen auch sämtliche Wohnheime, einige Pubs, Supermärkte, Bäckerei, Sportzentren und alle Societies lokalisiert sind, so dass man theoretisch recht unabhängig von der Innenstadt leben kann.

 

Wohnsituation:

Als Erasmusstudent (zumindest im Bachelorprogramm) bekommt man ein Wohnheimzimmer auf dem Campus angeboten (das Wohnheim konnte ich mir allerdings nicht aussuchen). Ich hatte sehr viel Glück, da ich in einem neuen Wohnheim (nennt sich offiziell College) wohnen konnte, das ziemlich komfortabel und für Wohnheimstandards sehr luxoriös war (mit eigenem Badezimmer mit Dusche oder Badewanne, großem Bett, großer Gemeinschaftsküche mit Sofas und Fernseher, Reinigungsservice für Küche und Bad(wöchentlich/monatlich)). Ich habe mit 11 weiteren Studenten zusammen gewohnt, wovon 9 aus England kamen, was ich sehr gut fand. Mein Wohnheim hatte außerdem noch ein Gemeinschaftshaus mit vielen Sofas, Beamern, Fernsehern, Tischen, Computern, Tischtennisplatte, Billardtisch, Klavier, E-Piano, Dart, Bücher, Spiele,… Auch das Wohnheim bietet regelmäßig Veranstaltungen an, die man kostenlos besuchen kann (z.B. wöchentlich Yoga, Filmabende).
In anderen Wohnheimen ist auch Frühstück und Abendessen inklusive (Mensa). Allgemein muss man sich auf deutlich höhere Wohnpreise einstellen.

 

York/Nordengland:

York ist eine unglaublich schöne Stadt mit wunderschönem alten Stadtbild und sehr viel Geschichte - man verliebt sich ganz schnell in diese Stadt. Zu jeder Jahreszeit und jedem Wetter ist sehr viel. Es gibt alle paar Meter einen Pub und sehr viele kleine, süße Cafés und Bars, so dass man sich kaum entscheiden kann, wo man hingehen soll (meine persöhnliche Empfehlung: Evil Eye, The Botanist, die ganze Fossgate-Straße, Gatehouse). Außerdem gibt es sehr viele und gute Second Hand Läden und überall extrem gute Straßenmusik! Die ganze Stadt fühlt sich an wie eine Filmkulisse! J Kulinarisch kann man sich super gut mit Scones und Fudge verwöhnen - ansonsten würde ich jedoch eher zu internationalen Restaurants raten…

Nordengland insgesamt fand ich unheimlich schön! Wunderschöne Landschaft und Häuser und Gärten - wer sich für so etwas begeistern kann, wird es lieben! Von York aus kann man sehr gut Tageausflüge machen (Manchester, Leeds, Harrogate, Knaresborough, Whitby, Scarborough, Castle Howard) und ist mit Bus oder Bahn auch ausreichend flexibel.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass das Leben in Yorkshire noch etwas gemütlicher abläuft, die Menschen fand ich extrem höflich und hilfsbereit, sehr entspannt und insgesamt sehr sympathisch.

Das Wetter war sehr wechselhaft. Im Januar/Februar fand ich es unangenehm kalt, besonders weil es auch oft windig und feucht ist. Die Temperatur (oder zumindest das Empfinden) schwankt auch innerhalb eines Tages stark, jenachdem wie stark der Wind ab- und zunimmt. So oder so, man sollte im Winter dicke und regenfeste Klamotten einplanen und im Frühjahr viele Schichten tragen, um schnell variieren zu können.

Alles in allem fand ich die Zeit wunderschön und York (sowohl die Uni als auch die Stadt) absolut empfehlenswert!