NanoBel
NanoBEL - Biologische Elimination komplexer diagnostischer Nanopartikel
LAUFZEIT: 01.05.2015 bis 30.04.2018
Förderkennzeichen: 03XP0003
MOTIVATION
Als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts hat sich die Nanotechnologie in den vergangenen Jahren von einer forschungsnahen Disziplin zu einem weltweit bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Aufgrund der Querschnittsrelevanz werden hier Impulse für ein breites Spektrum gesellschaftlicher Anwendungsfelder für die unterschiedlichsten Produkte, Prozesse und Materialien und somit Innovationen für viele Branchen einschließlich Medizin und „Life Sciences“ erwartet.
In Medizin und Pharmakologie spielt die Nanotechnologie bereits heute in einer Vielzahl von Anwendungen eine wichtige Rolle. Einen besonderen Stellenwert bilden magnetische Nanopartikel (MNP) für die diagnostische Bildgebung im Sinne einer Früherkennung von Erkrankungen und des therapeutischen Monitorings. Während die Auswirkungen einer akutenMNP-Exposition aus toxikologischer Sicht mittlerweile weitreichend untersucht worden sind, sind Langzeiteffekte in Abhängigkeit von strukturellen MNP-Eigenschaften und des Gesundheitsstatus der Individuen bisher noch kaum systematisch untersucht worden. NanoBEL befasst sich daher mit der Abschätzung von Langzeit-Effekten der MNP-Exposition (beispielsweise als Folge von regelmäßigen Bildgebungssitzungen), der Bedeutung von Degradations- und Eliminationsprozessen entlang des Lebenszyklus der MNP sowie der Auswirkung der MNP-Exposition im Zusammenhang mit Erkrankungen mit hoher sozioökonomischer Relevanz (Krebs, Entzündungen). NanoBEL berücksichtigt MNP-Formulierungen, welche gegenwärtig und in der Zukunft eine hohe diagnostische Relevanz aufweisen. Neben der Weiterentwicklung und Optimierung von MNP trägt NanoBEL auch zur Entwicklung neuer tierfreier Alternativmethoden zur Langzeittestung von MNP bei (z.B. in Zellkulturen und im Hühnerei). Weiterhin soll die systematische Erhebung der Daten einen Beitrag zur Kategorisierung von Nanopartikeln und zur Identifizierung dafür geeigneter Endpunkte leisten und damit die Grundlagen für eine Risikobewertung schaffen. Daten sollen auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden z.B. über die Datenbank Nanopartikel (www.nanopartikel.info).
Somit liefert das Vorhaben einen wertvollen Beitrag für einen verantwortungsvollen Umgang und die optimierte Weiterentwicklung von Nanomaterialien in der Medizin, wobei Chancen bestmöglich genutzt und Risiken vermieden werden können. Somit birgt die Nanotechnologie auch für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland enormes Potenzial, welches nicht ungenutzt bleiben darf. Daraus resultieren positive Auswirkungen nicht nur auf das Wirtschaftswachstum per se und die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze, sondern auch auf eine enorm verbesserte medizinische Versorgung bei gleichzeitiger Ressourcen- und Umweltschonung.
Gefördert durch: BMBF Förderung
Projektleitung:
Chemicell GmbH, Berlin (DE)
Projekt-Partner:
- Chemicell GmbH, Berlin (DE)
- Dyomics GmbH, Jena (DE)
- micromod Partikeltechnologie GmbH, Rostock (DE)
- Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena (DE)
- Institut für Pharmazie: AG Fischer
- Institut für Pharmazie: AG Kralisch
- Otto-Schott-Institut für Materialforschung (OSIM): AG Müller
- Universitätsklinikum Jena, Jena (DE)
- Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie: AG Hilger
- Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie: AG Clement
- Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC)
- Institut für Pathologie: AG Romeike