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Jun.-Prof. Eduard Preis forscht über Nanomaterialien als Wirkstoffträger
Durch Elektrospinnverfahren (Electrospinning) hergestellte Nanofasern
Foto: Eduard Preis (Universität Jena)Zum 1. Januar 2026 hat Prof. Dr. Eduard Preis (Jun.-Prof.) seine Professur für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie am Institut für Pharmazie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angetreten. Mit seiner Expertise auf dem Gebiet innovativer Herstellungsverfahren für nanostrukturierte Wirkstoffträgersysteme bringt er ein international sichtbares und hochaktuelles Forschungsprofil mit.
Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen das Elektrospinnverfahren (Electrospinning) und das Elektrosprayverfahren (Electrospraying) – zwei Techniken, bei denen durch elektrische Hochspannung aus polymeren Lösungen ultrafeine Nanofasern bzw. Nanopartikel mit maßgeschneiderten Eigenschaften erzeugt werden. Diese Verfahren erlauben eine präzise Kontrolle über Faserarchitektur, Porosität und Wirkstofffreisetzungsprofile und gelten als Schlüsseltechnologien der modernen pharmazeutischen Nanotechnologie.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf biokompatiblen und biologisch abbaubaren Polymerfasern – etwa auf Basis von Polylactid (PLA) – die als Wirkstoffträger für die lokale Therapie dienen. So entwickelte er mit seinem Team elektrogesponnene PLA-Nanofasern, die mit dem Photosensibilisator Indocyaningrün (ICG) beladen wurden und über Lichtaktivierung eine gezielte Freisetzung und antimikrobielle photodynamische Therapie ermöglichen. Diese Fasermembranen zeichnen sich durch ihre hohe Oberfläche, ihre Ähnlichkeit zur extrazellulären Matrix sowie ein gezielt steuerbares Wirkstofffreisetzungsprofil aus – Eigenschaften, die sie zu vielseitigen Plattformen für die lokale Behandlung von Wundinfektionen und Tumoren machen. In diesem Kontext widmet sich Prof. Preis auch der Entwicklung lipidbasierter Nanopartikel und Liposomen, beispielsweise für die photodynamische Behandlung des Glioblastoms.
„Das Elektrospinnen und -sprühen bieten uns eine einzigartige Möglichkeit, Wirkstoffträger gezielt für den Einsatzort zu designen – von der Wundversorgung bis zur Tumortherapie", so Prof. Preis. „Jena ist mit seiner exzellenten wissenschaftlichen Infrastruktur und dem starken Pharmaindustrieumfeld der ideale Ort, um diese Technologien weiterzuentwickeln und in die Anwendung zu bringen."
In seiner neuen Rolle möchte Prof. Preis eine Forschungsumgebung schaffen, in der Neugier und Verlässlichkeit zusammenkommen – mit dem Ziel, exzellente Grundlagenforschung mit realen Anwendungsfragen zu verbinden.