Biologische Systeme lassen sich anhand ihrer Fähigkeit beschreiben, Informationen zu speichern und weiterzugeben. Dies wird unter anderem durch die Anordnung von Nukleotiden und Aminosäuren sowie durch deren Zusammensetzung innerhalb von Genomen und Proteomen ermöglicht. Genauer gesagt beeinflussen diese Eigenschaften, wie genetische Informationen kodiert und an die nächste Generation weitergegeben werden, wie Gene in Proteine übersetzt werden und wie molekulare Funktionen auf verschiedenen biologischen Ebenen entstehen.
Ein zentraler Aspekt dieses Themenbereichs ist die Frage, wie der GC-Gehalt die statistischen Eigenschaften genetischer und proteomischer Sequenzen prägt. In pseudo-zufälligen und natürlichen Sequenzen beeinflusst der GC-Gehalt die Häufigkeit synonymer Codons (d. h. Tripletts, die für dieselbe Aminosäure kodieren), das Vorkommen von Stoppcodons, die Häufigkeit und Vorhersage offener Leserahmen, Aminosäureverteilungen sowie das in genetischen Codes gespeicherte Informationspotenzial.
Insgesamt wird untersucht, wie die Sequenzstruktur biologische Informationen auf verschiedenen molekularen Ebenen prägt: Von der DNA über die Kodierung von Tripletts im genetischen Code bis hin zu Proteinen. Durch die Anwendung von Konzepten aus der Statistik, der Bioinformatik und vergleichenden Ansätzen wird aufgezeigt, wie Muster in der Zusammensetzung von Sequenzen evolutionäre Einflüsse, strukturelle Zusammenhänge und biologisch relevante Signale offenbaren können. Im weiteren Sinne trägt dieser Themenbereich zu einem Sequenz-zentrierten Verständnis aller Lebensbereiche bei, in denen Informationen sowohl durch chemische Gegebenheiten als auch durch die Evolutionsgeschichte geprägt werden.