Prof. Kai Uwe Totsche (im Bild hinten) mit Studierenden während einer Exkursion im Saale-Elster-Sandsteinplatte-Observatorium (SESO).

Umweltstudien – neuer englischsprachiger Master am Start

»Biogeoscience of the Anthropocene« verbindet Geowissenschaften, Biologie, Chemie und Datenwissenschaften
Prof. Kai Uwe Totsche (im Bild hinten) mit Studierenden während einer Exkursion im Saale-Elster-Sandsteinplatte-Observatorium (SESO).
Foto: Bernd Kohlhepp

Meldung vom: | Verfasser/in: Claudia Hilbert
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Zum Wintersemester 2026/27 startet an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein neuer englischsprachiger Masterstudiengang. Das Programm »Biogeoscience of the Anthropocene« stellt die Folgen des menschlichen Handelns auf die Umwelt sowie die Frage in den Mittelpunkt, wie sich biologische, geologische, physikalische und chemische Prozesse gegenseitig beeinflussen. Bewerbungen sind seit dem 1. April 2026 möglich.

Im Studiengang stehen Umweltprozesse in der »kritischen Zone« im Fokus

Der neue Studiengang verbindet moderne Umweltforschung mit innovativen Methoden aus Geowissenschaften, Biologie, Chemie und Datenwissenschaften. Innerhalb von vier Semestern lernen die Studierenden komplexe Umweltprozesse experimentell, analytisch und datenbasiert zu erfassen und zu analysieren.

Im Fokus steht dabei insbesondere die sogenannte »kritische Zone«: Diese umfasst den obersten Bereich der Erdkruste, die Böden, den Grundwasserraum und die Aerationszone – also den Bereich des Bodens, in dem der Porenraum unvollständig mit Wasser gefüllt ist. 

Die Studierenden beschäftigen sich unter anderem

  • mit dem Konzept des Anthropozäns und wie Landnutzungsänderungen, Urbanisierung und Klimakipppunkte die Stabilität des Systems Erde beeinflussen,
  • mit der Rolle von Mikroben in wichtigen geochemischen Kreisläufen und Treibhausgasflüssen sowie ihrer genetischen Anpassungsfähigkeit an Umweltstressoren,
  • mit Methoden der mathematischen Modellierung, um Strömungen in Fluiden, insbesondere von Wasser, zu beschreiben und zu berechnen und
  • mit der Stabilität und Dynamik von Elementen in natürlichen Systemen als Grundlage für die Entwicklung von Sanierungsstrategien.

Labor- und Geländepraktika von Beginn an

Von Beginn an gibt es zahlreiche praxisnahe Lehrveranstaltungen wie Labor- und Geländepraktika: Diese vermitteln den Studierenden das nötige Handwerkszeug, um komplexe Umweltprozesse und ihre Wechselwirkungen quantitativ zu erfassen, zu modellieren und wissenschaftlich zu bewerten. Außerdem haben die Studierenden vielfältige Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte zu setzen und sich so ein individuelles Kompetenzprofil anzueignen.

Vielfältige berufliche Perspektiven

Durch die interdisziplinäre Ausbildung haben die Studierenden nach dem Studienabschluss vielfältige berufliche Möglichkeiten. Absolventinnen und Absolventen sind hervorragend qualifiziert für eine Tätigkeit in Forschung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Möglich sind beispielsweise die Bereiche Umweltanalytik, Grundwasser- und Bodenschutz, Altlastensanierung, Ökosystemmanagement, Umweltbildung und Politikberatung.

Ein Studiengang für Studieninteressierte mit breitem natur- und umweltwissenschaftlichem Interesse

Der Studiengang richtet sich an Studierende, die bereits einen Bachelorabschluss in einem geo- oder umweltwissenschaftlichen Fach haben. Bewerberinnen und Bewerber sollten zudem ein breites natur- und umweltwissenschaftliches Interesse sowie Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen mitbringen.

»Mit unserem neuen englischsprachigen Studienangebot möchten wir neben internationalen Studieninteressierten auch deutsche Bewerberinnen und Bewerber ansprechen, die sich gezielt auf eine Karriere in der globalen Arbeitswelt vorbereiten möchten,« sagt Prof. Dr. Kai Uwe Totsche, der den neuen Studiengang maßgeblich mitentwickelt hat.

Studienfachberater Dr. Dirk Merten ergänzt: »Der Studiengang ist deutschlandweit einzigartig, weil er Prozesse sowohl an der Erdoberfläche als auch unter der Erde in den Blick nimmt. Diese sogenannte ›kritische Zone‹ wird oft vernachlässigt, doch sie ist enorm wichtig, wenn man die komplexen Wechselwirkungen im System Erde verstehen und nachhaltige Lösungen für Umwelt- und Klimaprobleme entwickeln will.«

Der Studiengang im Überblick

Studienabschluss: Master of Science
Regelstudienzeit: 4 Semester
Credits/ECTS: 120
Lehrsprache: Englisch
Studienbeginn: Wintersemester

Mehr Infos & Online-Bewerbung: https://www.uni-jena.de/6510/m-sc-biogeoscience-of-the-anthropocene

Kontakt:

Dirk Merten, Dr.

Wiss. Mitarbeiter
Professur Angewandte Geologie
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Kai Uwe Totsche, Prof. Dr.

Professur Hydrogeologie
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